Presseartikel:
Aumann bleibt auf Wachtumskurs - Firmenportrait

Artikel erschienen in:
Mittelschwäbische Nachrichten
Ausgabe: 04. April 2018 / Nr. 77
vom 04.04.2018
Autor: Gertrud Adlassnig

Aumann bleibt auf Wachstumskurs

Warum das Holzbearbeitungsunternehmen aus Ziemetshausen die Mitarbeiterzahl weiter aufstocken möchte

Das Holzbearbeitungsunternehmen Aumann vereinigt drei Betriebe unter einem Dach. Aus der Zimmerei, 1905 vom Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers Theodor Aumann gegründet, hat sich eine Unternehmensgruppe entwickelt, die mit drei spezialisierten Standbeinen, „Holzbau Aumann“, „Asta Holzwerk“ und „Aumann Haus“ das komplette Leistungsspektrum im Bereich Holzbau abdeckt.

Das gesamte Unternehmen sei, wie die Firma immer wieder betont, auf Nachhaltigkeit und die Schonung von Ressourcen ausgelegt: Der notwendige Strom komme aus der betriebseigenen PV-Anlage, Wärme werde aus einem Teil der in der Produktion anfallenden Hobelspäne im Blockheizkraftwerk gewonnen.

In den riesigen Hallen auf dem 120000 Quadratmeter umfassenden Betriebsgelände werden nur Hölzer verarbeitet, die das PEFC-Siegel tragen. Diese Zertifizierung garantiere, dass das Holz nachhaltig erwirtschaftet und ohne Kahlschlag geerntet wurde. Geliefert wird aus möglichst naheliegenden Waldregionen: Außer aus süddeutschen Quellen (80 Prozent) kommt der Rohstoff aus Österreich und Tschechien. Und Holz wird bei Aumann nicht chemisch haltbar gemacht. „Durch unser Trocknungsverfahren entfällt die Imprägnierung des Baumaterials gegen Schädlinge. Nach 12 bis 20 Tagen in der Trockenkammer bei 70 Grad sind alle Schädlinge abgetötet und das Holz ist so trocken, dass es keinen Befall mehr gibt. Und das ganz ohne den Einsatz giftiger Mittel“, hebt Geschäftsführer Theodor Aumann hervor.

Dieser Trocknungsprozess steht am Beginn der Verarbeitung. Im Asta Holzwerk, dem 1994 gegründeten Betrieb zur Herstellung von Qualitäts-Konstruktionshölzern für den Haus- und Objektbau, werden aus den getrockneten Fünf-Meter-Balken nach eingehender Begutachtung Konstruktionshölzer bis 24 Meter Länge, etwa für Hallenbauten, hergestellt. Im Asta Holzwerk werden 90 Prozent Vollholzbalken (KVH) und zehn Prozent formstabiles, rissfreies Balkenschichtholz (Duo-/Trio) produziert, die sich besonders für die hochwertige, sichtbare Verarbeitung eignen.

Eine weitere Halle entsteht gerade

Um die Nachfrage der Stammkunden künftig noch besser abdecken zu können, entsteht derzeit auf dem Betriebsgelände eine weitere Halle, die Ende des Jahres fertiggestellt sein soll. Der Produktionsbeginn ist für Anfang 2019 geplant. Dann wird sich die Unternehmensgruppe weiter entwickeln können, und statt wie bisher 150000 Kubikmeter 220000 Kubikmeter Holz verarbeiten können und sich von derzeit rund 55 Millionen Euro Umsatz auf 85 Millionen 2020 steigern, wobei der Hauptanteil weiterhin vom Asta Holzwerk erwirtschaftet wird. Doch auch Holzbau Aumann und der umsatzmäßig etwa gleich große Betrieb Aumann Haus wachsen kontinuierlich und sollen um fünf Millionen auf 20 Millionen Umsatz steigen.

Die Aumann-Unternehmensgruppe kann auf eine über 100-jährige Tradition im Holzbau zurückblicken. Der heutige Geschäftsführer Theodor Aumann kennt Gebäude in Ziemetshausen aus der Gründerzeit der Zimmerei. Mit dem Bau von Holzhäusern befassen sich Holzbau Aumann, ein Produktionsbetrieb, und das jüngste Unternehmen sowie Aumann Haus, ein reines Planungs- und Vertriebsunternehmen. Die Geschäftsleitung hat sich im Jahr 2000 dazu entschlossen, diesen Bereich separat aufzustellen, um Leistungen und Qualität deutlicher nach außen darstellen zu können.

Aumann Haus plant und projektiert individuelle Häuser aus Holz für Privatkunden, die sich auf den hauseigenen Architekten stützen oder ihren eigenen mit der Planung beauftragen können. Nach Abschluss der Planung werden Aumann Häuser mit Festpreis- und Bauzeit-Garantie ausgeführt. Alle wesentlichen Konstruktionsteile werden in der Unternehmensgruppe gefertigt und haben die entsprechenden Qualitätszertifikate. In der Realisierung bleibt es die Entscheidung des Kunden, ob er ein schlüsselfertiges Haus bevorzugt, für das Aumann Haus regionale Vertragspartner in den verschiedenen Gewerken verpflichtet, oder ob der Bauherr selbst mitarbeiten will.

Holzbau Aumann setzt die Holzhaus-Projekte von Aumann Haus um und hat sich auf die Planung und den Bau individueller Aus- und Neubauten inklusive Dach- und Wandsanierungen in Holz spezialisiert. Jedes Bauvorhaben wird individuell geplant.

Holzbau, so Theodor Aumann, eigne sich besonders auch für Aufstockungen und Erweiterungsbauten, da Holz als leichtgewichtiges Baumaterial statische Probleme vermeiden kann und trotzdem energieeffizientes Bauen erlaube. Im Hausbau würden nur ökologische Materialen verwendet. Selbst die verarbeiteten Dämmstoffe sind aus Holzweichfasern, die durch einen natürlichen Mineralzusatz optimalen Brandschutz bieten. Das eigene neue Bürogebäude ist als Passivhaus errichtet worden.

120 Mitarbeiter zählt das Unternehmen derzeit in Planung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung. In den nächsten Jahren, besonders wenn die neue Produktionshalle des Asta Holzwerks in Betrieb geht, plant die Unternehmensgruppe eine Aufstockung um 25 weitere Mitarbeiter. Die sollen sich, auch das gehört zur Firmenphilosophie, bei Aumann wohlfühlen. Die ungewöhnlich lange Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter dokumentiere, dass auf ein gutes Betriebsklima großen Wert gelegt werde, sagt Theodor Aumann. Der größte Teil der Mitarbeiter wurde im Unternehmen selbst ausgebildet. Derzeit hat Aumann 15 Auszubildende unter Vertrag, darunter eine Studentin des dualen Studiengangs Bauingenieurswesen der Fachhochschule Biberach. Das Unternehmen ist in allen relevanten Vereinigungen für Holzbau und Qualitätssicherung aktives Mitglied.

Von Gertrud Adlassnig





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