Presseartikel:
Ein halbes Jahrhundert „in Holz daheim“

Artikel erschienen in:
Mittelschwäbische Nachrichten
Ausgabe: 06. Juli 2018 / Nr. 153
vom 19.07.2018
Autor: Peter Wieser

Ein halbes Jahrhundert "in Holz daheim"

Theo Aumann, der Chef der Aumann-Gruppe denkt über die vergangenen Jahre nach

Holzbau Aumann, Asta Holzwerk GmbH, Aumann Haus GmbH und an der Spitze Theo Aumann – das ist die Aumann-Gruppe. Realschule, FOS, anschließend im eigenen Betrieb eine Lehre als Zimmermann und danach das Studium zum Bauingenieur in Augsburg. Das waren seine Stationen, bevor er 1992 in das im Jahr 1905 von Ludwig Aumann Senior gegründete Unternehmen einstieg. Sozusagen der klassische Weg. Aber auch: „Von Null auf gleich“, wie es Theo Aumann nennt, nachdem er aufgrund der Herzoperation seines Vaters und Seniorchefs Theodor Aumann Senior nach seinem Abitur quasi direkt in das Unternehmen hineingewachsen sei. Wie blickt er heute auf die vergangenen Jahrzehnte zurück und was waren die Highlights?

1994 wurde das Asta Holzwerk gegründet, mit dem Gedanken, qualitativ hochwertiges Holz selbst zu produzieren. Zunächst seien es Lernjahre gewesen, doch man habe schnell den Markt erkannt, indem man nicht die kleinen Handwerksbetriebe, sondern den Holzgroßhandel beliefert habe. „Wir sind mit unseren Kunden gewachsen“, sagt Theo Aumann. Genau der, der den ersten Balken geliefert bekommen habe, sei heute der größte Kunde. Im Jahr 2000 wurde die Aumann Haus GmbH gegründet, die professionell mit zwei Architekten und sechs Bauleitern für den Vertrieb von Holzhäusern zuständig ist. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens, der unter der Führung von Theo Aumann entstanden ist, war der Bau des neuen Bürogebäudes mit entsprechenden Arbeitsplatzbedingungen für die Mitarbeiter, Cafeteria und einem Seminarraum mit Platz für bis zu 100 Personen.

Derzeit entsteht auf 150000 Quadratmetern eine neue, 45000 Quadratmeter große Produktionshalle: eine Investition, größer als alle anderen in den vergangenen 24 Jahren zusammen. Aber auch ein Vorhaben, das trotz vorliegender Baugenehmigung eine Klage seitens des Bundes Naturschutz mit sich gebracht hat, nachdem ein Teil des Areals in ein sogenanntes Flor-Fauna-Habitat ragt. Man habe Grund erworben, um auf einer angrenzenden Fläche Ausgleichsflächen in einer Größe von rund 50000 Quadratmetern zu schaffen. Es sehe zwar gut aus, aber es sei noch nicht ganz ausgestanden, bemerkt Theo Aumann. Das Schöne sei gewesen, dass jeder im Ort zum Unternehmen gestanden sei. Theo Aumann fügt hinzu: „Die Kunden wachsen und wir werden gezwungen, mitzuwachsen.“

Er fährt fort: „Wir haben 120 Familien, die von uns leben.“ Die Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter beträgt im Durchschnitt annähernd 20 Jahre. Die wolle man erhalten, aber auch neue hinzugewinnen. Dafür hat das Unternehmen vorgesorgt, womit vor allem die Nachhaltigkeit im Vordergrund steht. Den Strom, den das Unternehmen benötigt, erzeugt es über eine eigene PV-Anlage, die Wärmeerzeugung erfolgt aus Holzresten und erspart damit im Jahr rund 500000 Liter Heizöl. 90 Prozent der Hölzer werden aus maximal 200 Kilometern Entfernung bezogen und 100 Prozent der Holzmenge ist PEFC zertifiziert und stammt damit aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

Sein 50. Geburtstag wird für Theo Aumann heute ein ganz normaler Arbeitstag sein. Ändern wird sich danach gar nichts. Aber eine Feier wird es am Abend geben – mit allen Mitarbeitern und deren Partnern. „Die arbeiten das ganze Jahr über, und wenn es etwas zu feiern gibt, dann sollen sie mit dabei sein.“ Auch die Freiwillige Feuerwehr, der Weckerle-Chor und der Ziemetshauser Gemeinderat, dem er ebenfalls angehört, sind eingeladen. Ebenso Nachbarn aus dem direkt an das Unternehmen angrenzenden Wohngebiet, mit denen ein sehr gutes Miteinander besteht. Zusammen und nur mit der Familie, seinen Geburtstag zu feiern, darüber habe man sich bisher noch gar keine Gedanken gemacht und auch gar nichts geplant. Man sei ein Familienunternehmen, wodurch man sich untertags ohnehin viel sehe. Es gebe, auch aufgrund des Baus, an dem momentan sehr viel hänge, lediglich eine Woche Sommerurlaub.

Was wünscht man sich als Firmenchef, wenn man 50 wird? Bis 60 müsse die Nachfolge geregelt sein, dann wolle er in die zweite Reihe treten, sagt Theo Aumann. Die Chancen dazu stünden mit seinen beiden Söhnen Michael als Holzbearbeitungsmechaniker und Theo, der derzeit eine Ausbildung zum Zimmerer absolviert, bestens.

Auch am heutigen Freitag wird sich somit trotz Geburtstag, und auch bei seiner Frau Petra, die im Unternehmen für den größten Teil der Finanzbuchhaltung zuständig ist, alles um den Baustoff Holz drehen. „In Holz daheim“, so wie eben auch der Leitspruch des Unternehmens lautet.





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